Samstag, 3. Dezember 2016

Rund um den Kulm - Rückblick und Ausblick

Sagenhaftes und Mystisches - Andersweltzeit in Puch bei Weiz


Die drei Erzählerinnen: Mariou, Gund vom Dreiweg und die Mundwerkerin (v.l.)
 
Im Rahmen des Erzählfestivals "Im Schatten des Berges" fand in der Aula der Volksschule Puch bei Weiz ein ebenso märchen- und sagenhafter wie spannender, fesselnder und mystischer Erzählabend statt.
Die drei renommierten und auf professioneller Ebene agierenden Erzählerinnen "Gund vom Dreiweg" (Gudrun Wieser), "Mariou" (Marion Wiesler) und die "Mundwerkerin" (Ursula M. Walch) entführten mit nahezu theatralisch vorgelebten Geschichten in eine Welt von Königen und Hexen, Prinzen und Drachen. Packend, heiter, berührend, erotisch und gruselig. Auf ebenso hohem künstlerischen Niveau gestaltete die Weizer "John Ryan´s Band" die Erzählreise musikalisch: Folkmusik, irische, schottische, original.
Der Abend in Puch war einer von mehreren Programmpunkten eines Erzählfestivals mit dem Kulm als geografischen und inhaltlichen Mittelpunkt. Sieben steirische Erzählerinnen und Erzähler (neben den genannten noch Astrid Andrae, Christa Schmollgruber, Franziska Kren Leitgeb, Frederik Mellak und Justine Sundl) verführten die Zuhörer an drei Spielstätten in die geheimnisvolle Anderswelt - jene Welt, die hinter unserer Alltagswelt liegt und in der es Wunder und Märchen gibt. Im Mittelpunkt der Erzähltage stand der Kulm, der alleinstehende und epochenweise als verflucht geltender Berg. Seine Ausstrahlung sollte den Inhalt der dargebrachten Geschichten beeinflusst haben: Einsamkeit, Sehnsucht, Weisheit, Liebe, Tod, Humor und Bergsagen.
 


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Quelle:  https://www.meinbezirk.at/weiz/lokales/sagenhaftes-und-mystisches-andersweltzeit-in-puch-bei-weiz-d1923058.html [Stand: 12.11.2016]
 
 

Sonntag, 13. November 2016

Love-Liebe-Libido - Sexy Märchen in Weiz


Ein spannender Märchenabend (und zwar Märchen, die durchaus für Erwachsene gedacht sind...) in Weiz wird euch von Steinzeitsex bis Cyberlove (ver-)führen und rund um die Welt rein ins Herz treffen.
Zusammen mit der wundervollen Erzählerin Mariou freue ich mich schon sehr auf diesen Abend - und vor allem auf die Geschichten, die es da zu hören geben wird!


 ...und hier noch ein kleiner Schnappschuss vom Auftritt: Mariou und ich erzählen gemeinsam wie aus gegenseitigen Missverständnissen Liebe werden kann.


Und weil es so schön war, noch ein kleiner Mitschnitt von unserem wunderbar kitschigen Barock-Liebesgedicht! (mit Rüscherln ;) )

Montag, 7. November 2016

Tannengraß und Lebzeltstern - Advent im Freilichtmuseum Stübing


In der winterlichen Stille des Österreichischen Freilichtmuseum können die BesucherInnen auch heuer wieder einen besinnlichen Advent erleben
Bei dieser Veranstaltung können Sie den Alltagsstress hinter sich lassen und auf dem Weg durch die historischen Hauslandschaften Österreichs die stillste Zeit des Jahres genießen: sei es beim Zuhören spannender Adventgeschichten, beim Strohsterne Basteln oder beim Genießen der bäuerlichen Speisen, die es zu verkosten gilt! 

Ich freue mich, dass ich auch heuer wieder mit dabei bin und in der Rauchkuchel meine geschichhten mit euch teilen darf!


...das war unsere märchenhafte Runde,  die wieder in der Rauchkuchl erzählt und musiziert hat!

 

Dienstag, 1. November 2016

Mystisches Erzählfestival

„ERZÄHL FESTIVAL im Schatten des mystischen Berges” 4. - 6. November 2016


November - der Monat der Nebel, der beginnenden Dunkelheit. Zeit, sich rund ums Feuer zu setzen und Geschichten zu lauschen.
Erstmals finden heuer rund um den Kulm bei Weiz Tage der Erzählkunst statt.
Acht steirische ErzählerInnen verführen die Zuhörer an drei Spielstätten in die geheimnisvolle Anderswelt - jene Welt, die hinter unserer Alltagswelt liegt, und in der es Wunder und Märchen gibt.
Im Mittelpunkt der Erzähltage steht der Kulm - ein einsamer, epochenweise als verflucht geltender Berg. Seine Ausstrahlung beeinflusst den Inhalt unserer Geschichten.
Einsamkeit, Sehnsucht, Hexen, weise Frauen und Bergsagen, alles findet sich im Programm, gepaart mit Humor und Musik.

...und eine tolle Vorankündigung in der Zeitung gibt es auch schon! :)

Kleine Zeitung, 30.10.2016 - Bezirksteil Weiz (und Hartberg)


Mittwoch, 14. September 2016

Eggenburg - Sieg beim Science-Slam!!!

Beim Mittelalter-Fest in Eggenburg habe ich heuer nicht nur einige spannende Märchen und Sagen zum  Besten gegeben, sondern habe auch beim Science-Slam am teilgenommen.
Es galt hierbei ein wissenshaftliches Thema, mit dem man sich selbst beschäftigt, innerhalb von sechs Minuten (!!) möglichst knackig und publikumswirksam - und selbstverständlich korrekt - zu präsentieren. Ich habe mein Dissertationsthema hergenommen, es natürlich nach Strich und Faden gekürzt und den Fokus auf die dramatische Liebesgeschichte zwischen der Trojanerprinzessin Polyxena und den griechischen Helden Achill gelegt:

Polyenas (Un-)Glück und Ende - Vom jahrhundertelangen Scheitern einer Beziehung.

...die Spannung steigt - wer von den fünf Teilnehmern konnte das Publikum überzeugen und den Eggenburger Doktorhut erringen.... Vielleicht ist es ja Celefindel, die auch am Gelehrtenwettstreit teilgenommen hat?

Tatsächlich!  Mein Name ist gefallen!!!

 Ich trage nun den Doktorhut mit größter Würde, Demut und Anmut. ;)

 Die Teilnehmer und der gestrenge Zeremonienmeister (ganz rechts).

Montag, 29. August 2016

Märchen und Sagen in Eggenburg


Zeitreise ins Mittelalter - Eggenburg
10.bis 11. September 2016
Samstag 10 bis 22 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr

Zum 22. Mal dreht die Stadt Eggenburg das Rad der Zeit zurück. Über 300 KünstlerInnen und 180 HändlerInnen zaubern ihr Publikum im mittelalterlichen Stadtkern am Wochenende vom 10. bis 11. September in die Welt des Mittelalters. Die diesjährige Veranstaltung steht ganz im Zeichen der Sagen, Mythen und Legenden des Mittelalters.

Das Programm: Drachen, Pferde & Geschichtenerzähler
Das Programm dreht sich dieses Jahr um die Sagen, Mythen und Legenden des Mittelalters: Hexen und Zauberer machen die Stadt unsicher, Wichtel und Gnome treiben ihre Späße, Drachen sorgen für Angst und Schrecken. Die Geschichten um mittelalterliche Helden wie Roland, Lohengrin und Parsifal werden im Schaukampf ebenso wieder auferstehen wie im wissenschaftlichen Vortrag. Mittelalterliche Gewölbe werden zur Kulisse für die Lieder von Nibelungen und Kudrun, im Feuerschein werden Elfen und Zwerge zur mystischen Wirklichkeit. Darüber hinaus beeindrucken Ritter mit ihren Kampftechniken zu Pferde. Fahnenschwinger, Akrobatinnen und eine spektakuläre Feuershow vor der beeindruckenden Kulisse der mittelalterlichen Stadtmauer ziehen das Publikum in ihren Bann.

Mehr zum Spectaculum zu Eggenburg gibt es hier!

Montag, 15. August 2016

Saftige Geschichten

Da kommen saftige Geschichten auf Euch zu....


 ...vor allem am Freitag, 30. September 2016 um 19.00 Uhr im Weberhaus in Weiz.

Geschichten quer durch die Zeit und rund um den Globus lebhaft, live und frei erzählt versüßen Euren Abend wie eine Schachtel Pralinen – manche süß und romantisch, manche deftig, und manche mit dem gewissen Schuss, der einen lachen lässt.
Diese Veranstaltung soll einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, was Euch bei unserem Festival im November erwartet. Nämlich gute Geschichten, die Euch in ihren Bann ziehen, dargebracht von wunderbaren Erzählerinnen. Wie immer ohne Netz und doppelten Boden, Erzählkunst in Reinformat.
 
Veranstaltungsdetails:
30.9.2016
19.00
Galerie Weberhaus, Weiz
Abendkassa, Kartenpreise: € 10,-


Dienstag, 5. Juli 2016

Märchenerzählerin goes Theaterpädagogik ;)

Märchenerzählen ist so eine Sache, die man eigentlich nicht wirklich "lernen" kann. Man muss/sollte/will viele Geschichten kennen, sollte sprechen können und Emotionen aus den Texten quasi ans "Tageslicht" bringen.
Um selbst ein gute Märchenerzählerin zu sein, als Ergänzung zu meinem bisherigen Studium und um neue Methoden und Ideen zu sammeln, habe ich mich entschieden, eine Ausbildung in der Theaterpädagogik zu absolvieren. Und nun, nachdem wir bereits zwei Semester lang hart gearbeitet haben, wird es eine Aufführung geben - und zwar diese:



 Ordnung ist das halbe Leben...

Und die andere Hälfte?

Eine theatrale Anordnung des theaterpädagogischen Lehrgangs "Theater macht Schule"

 Manchmal dauert es, bis die vielen Listen, Spalten,
Kolonnen im Kopf erst einmal durcheinandergebracht sind.
Doch dann: Schuhe, Schränke, Kinder, Kisten, Schreibtisch, das Leben, das Herz...ungeordnet? Schrecklich!

Von und mit: Bader Anna, Birgel Maria, Denzer Birgit, Fuhrmann Kathrien, Grasser Christina, Hausmann Markus, Hofer Daniela, Hofmann-Wellenhof  Elisabeth, Kaiser Elisabeth, Kreßl Rosemarie, Perko Jure, Pignitter Peter, Rauch Margit, Reinstaller Ricarda, Schwarzenbacher Alexandra, Schweighofer Bettina, Stranzl Beatrix, Tossold Linda, Werzer Lukas, Wieser Gudrun, Zoller Isabel 
Lehrgangsleitung: Verena Kiegerl, Kirstin Schwab, Manfred Weissensteiner     
Wann: Freitag, 15. Juli um 19h & Samstag, 16. Juli um 11h
Spielort & Kontakt:  TaO!-Theater am Ortweinplatz, Ortweinplatz 1, 8010 Graz, office@tao-graz.at, 0316/846094, www.tao-graz.at

Pädagogische Hochschule Steiermark & TaO! 

Sonntag, 3. Juli 2016

Märchen am Sonnwendfeuer

Manchmal kommen die Märchen einfach zu dir, ohne dass du es erwartet hättest....
So war es auch, als ich mich plötzlich bei einem wunderschönen Sonnwendfeuer wiederfand - kein Wunder, dass dir da die Geschichten zufliegen.
...und manche davon sind wahrer, als du es erwartet hast...

Dienstag, 3. Mai 2016

Mai-Märchen in Stübing


 
 Auch wenn das Wetter kalt und für meinen Geschmack ein bisschen zu nass war, wurde pünktlich am 1. Mai der Maibaum im Freilichtmuseum Stübing aufgestellt - und ein paar wunderbare Märchen von Zwergen, Wichteln und Waldschraten erzählt.
Nichtsdestotrotz ist es in den alten Bauernstuben immer wieder ein Erlebnis zu erzählen, wo diese Geschichten einfach hingehören, als wären sie einst an genau solchen Orten zum ersten Mal aufgetaucht...

Zum Abschluss hier ein Bild von den Erzählerinnen und unserem lieben Märchen-Klaus, der uns in Stübing zum wiederholten Male zusammen gesammelt hat. :)
...und ich freue mich schon auf das nächste Mal in Stübing.

Alle Fotos von Gerald Schutting 2016

Samstag, 16. April 2016

Werwölfe an der Uni - unsere Buchpräsentation

Als Höhepunkt unseres Buchprojektes wurde der Roman "Venator Noctis. Töte mit Bedacht" an der Grazer Universität vorgestellt. Schülerinnen und Schüler des Akademischen Gymnasiums präsentierten ihr Werk - aber nicht nur das: im Anschluss gab es ein wunderbares Buffet (alle Achtung an die Burschen, die mit so viel Hingabe gebacken haben!) und jede Menge tolles Feedback von allen Seiten.
Hier nun ein paar Impressionen des Abends:

 Anton und Evelyn stellen zur Eröffnung das Projekt vor; von der Idee bis zum fertig gedruckten "Opus Magnum" war es ein langer, aber für alle sehr spannender  Weg.

 Evelyn und Anna lesen quasi im Duett den Prolog vor: Das beschauliche Dörfchen Nebelich hat ein blutrünstiges Problem - nämlich eine Werwolf-Plage.

 Anton stellt die ersten Ereignisse aus der Sicht "seines" Charakters  vor: Indurain, der Gehilfe des Doktors, der selbst einmal ein großer Arzt werden will. Zum Glück kann der junge Adlatus sich Rat und Zuspruch von seinem besten Freun, dem Großbauern holen, der allerings selbst ein gefährliches Geheimnis hegt...

Jakob, alias Hektor Hackenfäller, einstmals Totengräber von Nebelich, nun leider tot, aber als Geist noch immer unterwegs, beschreibt sein untotes Geisterleben und beobachtet, wie immer mehr Einwohner den Werwölfen zum Opfer fallen.

 Anna und Lena lesen die dramatische Begebenheit vor, als Theodora von Eckstein, die unheimlich kluge Tochter des Doktors versucht, an giftige Kräuter zu kommen. Sie möchte die Plage auf ihre eigene Art beseitigen: nämlich, indem sie ihren allzu verdächtigen Vater ausschaltet...
 Einige Dorfbewohnerinnen erzählen von einem gemeinsamen Spaziergang im Wald. Natürlich kommt es auch hier zu unheimlichen Vorfällen.

Schließlich berichtet Atha, die im Roman die Schulmeisterin des Ortes verkörperte, wie sie selbst als Werwolf hingerichtet wird. Aber damit war noch gar nichts vorbei. Die Rache kommt - seht nur zu...

Schlussendlich gab es nicht nur Unmengen an Applaus für die Klasse, die dieses beachtliche Projekt und die Präsentation so souverän und professionell gestaltet hat, sondern auch einen wunderschönen Blumenstrauß, überreicht von Max. (...der die Rolle des Wirts von Nebelich verschriftlicht hatte, ehe auch er den Werwölfen anheim gefallen war.)


Ich finde, wir alle - und ich auch^^ - können wirkich stolz auf dieses Werk sein, mit dem wir es nicht nur in den Buchhandel, sondern auch ins Intenet, in die Zeitung und sogar ins Fernsehen geschafft haben!

Die Gänsehirtin am Brunnen

Bei diesem Märchen habe ich mich einmal wieder im Reimen geübt - und damit es bei einer ganzen Geschichte nicht fad wird (ich weiß, ich komme vom Epischen nicht ganz weg - hab ich mich gleich in verschiedenen Reim-Schemata und Metren versucht.)

 
Die Tränen der Prinzessin

Zu jener Zeit, die längst vorbei,
ein Märchen alt und doch ganz neu,
das hat sich zugetragen,
so hört ich einen Alten sagen.

Wo die Wälder tiefes Grün und dunkle Schatten geben,
wo Vögel heimlich Lider singen, dort soll die alte Frau noch leben.
Die Augen schwarz, der Rücken krumm, mit geheimnisvollem Blick,
so geht sie in den Wald hinein und kommt am Abend stets zurück.
Keiner fragt, was sie dort macht unter den dunklen Bäumen,
doch jeder denkt und fürchtet sich, erscheint sie doch in manchen Träumen.
Mit seltnem Zeug am Rücken schwer beladen, geht sie des Öftren durch das Dorf.
Wie kann die Alte das nur tragen?

Kind, schau weg,
die Hex ist da!
Schau dich nicht um,
der Buckel krumm,
so stiehlt sie jedes Jahr
ein Kind mit sich hinweg!

So rufen ängstlich die Mütter, kommt die Alte vorbei
und neugierig ängstlich teilt sich die Masse entzwei.
Doch wo die Wälder tiefes Grün und dunkle Schatten geben,
ging einst ein Jüngling, glücklich mit Sein und Leben.
Ein Fürstensohn war er, da sah er die Alte mit ihrem Pack
so groß und schwer. Er fragte: „Wär’ dir geholfen, wenn ich ihn trag?“
Sie sah ihn an und lachte. „Ein Bürschchen so nobel wie du,
mit deinen sauberen Händen, du willst mir helfen so?“

Bursch, schau weg,
die Hex ist da!
Schau dich nicht um,
der Buckel krumm,
so stehl’ ich jedes Jahr
einen wie dich mit mir hinweg!

„Das glaub ich dir nicht, Alte!“ sagt er fröhlich und lacht.
„Wohl ist mein Vater reich und ich hab noch nicht viel gemacht,
aber das Zeug, das du da hast, Korb und Sack mit all den Dingen,
Zauberkram und Hexenkraut, will ich dir schon nach Hause bringen.
Dass die Leute nicht sagen, der feine Herr ist sich zu gut,
dass er mit seinen schönen Händen selbst eine Arbeit tut!“
Sie kichert zahnlos leise: „Jüngling, wohl an, komm her.
Ich leg mein Zeug auf deinen Rücken, hoffentlich wird es nicht zu schwer!“

Er steht da und denkt sich noch: So schlimm kann es nicht werden –
Da packt sie ihm die Körbe auf, die tausendfach beschwerten.
Heimlich stöhnt er, sagt doch nichts, dann kommen Kisten, Bündel, Säcke,
Schafwollknäuel, Gemüsestauden, Steine, Knochen, Zauberstöcke.
„Ein bisschen schwer ist’s schon, “ so meint der Jüngling leise.
„Willst dich beklagen darüber, was ich täglich trag auf diese Weise?
Stell dich nicht an und geh jetzt rasch zu meinem Haus,
es ist nicht weit – nur eine Stunde, ich laufe dir den Weg voraus.“

Er geht gebückt und langsam, flink springt die Alte vor ihm her
und lacht und treibt ihn an, als ob sie ein junges Mädel wär.
„Komm, komm mein Bursche, der Weg ist nicht mehr weit,
über den Berg, hinab ins Tal und durch den Wald ist eine Kleinigkeit.
Komm, komm mein Bursche, stell dich nicht so läppisch an,
so schwer ist was du trägst doch nicht - und du bist doch ein Mann!
Jetzt eil und jammre nicht, rasch ein Bein vors andre gestellt
und wenn wir erst zuhause sind, bekommst du gutes Entgelt!“

Er schleppt sich weiter und kann kaum atmen, noch reden und immer
keift die Alte vor sich hin, die Last, die drückt, wird schlimmer.
Langsam reicht es ihm, doch sie sagt frohgemut,
dass es ihm ein Gutes brächte, was er in seinem Schweiße tut.
Nun wird der Weg noch steiler und obwohl die Alte noch laufen kann,
springt sie ihm auf den Rücken und treibt ihn jetzt mit Schlägen an!
Sie abwerfen will er und kann es nicht. Endlich aus dem Wald heraus,
findet er schnatternde Gänse, sieht er endlich das Haus.

Das Häuschen, geduckt in der Wiese, die Fenster zu, die Türe offen,
dort springt ihm die Alte vom Buckel und sagt: „Gut, dass ich dich getroffen,
schau, Bürschchen, schon sind wir da! So weit war der Weg doch nicht,
so schwer waren meine Sachen nicht, mach doch nicht so ein Gesicht!
Wart, den Lohn will ich dir geben! Ruh’ dich aus, ich komm gleich wieder,
setz dich in die Sonne, streck die müden Glieder!“
Sie geht, es kommt von drinnen eine alte Jungfer und lacht
Verschmitzt über den müden Jüngling. Sie ist hässlich wie die Nacht.

Doch schon erschallt aus der Stube laut der Alten Geschrei:

Mein Töchterchen, mein Mädchen schau ihn dir nicht an!
Der Bursche ist so schwach, dass er kaum meine Sachen tragen kann!
Wie soll er den als Mann der Gemahlin dann gut im Bette sein,
er soll sich nicht verlieben in das schöne Kindchen mein!

Mein Töchterchen, mein Mädchen geh nicht zu nah heran,
sonst sieht er dich zu schnell mit begehrlichen Augen an!
Reizen wird ihn dein golden Haar, dein liebliches Gesicht,
deine anmutige Gestalt, deiner Augen strahlend Licht.

Mein Töchterchen, mein Mädchen, lächle ihn nicht an,
weil für süße Lieb die Zeit nicht so rasch kommen kann.
Wirst schon sehen, irgendwann kommt  noch das Glück zu dir,
die verlorenen Eltern, ein Mann und Reichtum – glaub es mir, glaube mir!

* * *                                          

Merkwürdig waren die Worte der Alten, doch er kann sie nicht mehr fragen,
noch sich wundern und denken – er wird von Träumen fort getragen.
Im Schlaf regten sich die Gedanken und er sah jenes Mädchens Gesicht,
von dem die Alte gesprochen hatte – die hässliche Jungfer war es nicht.
Wie erschöpft er auch war, schon keift die Hexe: „ He,
Bürschchen, beweg dich wieder, nimm deinen Lohn und dann geh!
Was du hast, das brauchst du nicht, Gold und Geld will ich nicht geben,
nimm das Kleinod da und noch viel Glück im Leben.“

Er nimmt und hält in Händen eine Schatulle aus grünem Stein,
aus einem Smaragd geschnitten, leuchtet sie im Abendschein.
Verwundert dankt er ihr und geht dann seines Weges,
verabschiedet sich bei der Alten, nach der alten Jungfer blickt er vergebens.
Endlich verlässt er die Lichtung, doch kaum den Wald betreten,
verliert er den schattigen Weg schon unter seinen Schritten.
Noch wundert er sich nur, sucht die bekannte Richtung,
doch stolpert er im Kreis herum, kommt wieder zur selben Lichtung.

„Umschlossen vom Blättergefängnis lauf ich
Durch den dunklen Wald.
Umschlossen vom Blättergefängnis such ich
In dem dunklen Wald
Den Weg, der durch bösen Trug mir entschwunden
In dem dunklen Wald.
So helft mir doch, Wildfrauen und Waldfeen
Aus dem dunklen Wald!“

So ruft er, weint er verzweifelt, doch Hilfe kommt ihm nicht.
Er irrt und sucht noch drei Tage bis er findet des Waldrands Licht.
Dort finden den armen Jüngling die Wächter vom Königsschloss
Und bringen ihn zur Burg hinauf. Die Verwunderung war groß.
„Wer bist du, Bursche?“, fragte der König ihn da.
„Woher kommst du, sprich, und sag mir was geschah!“

„Ein Fürstensohn bin ich, Herr König,
mein Vater ist reich, nur Land hat er wenig.
Mit Namen, Herr, werd ich Ludwig genannt.
Doch Euer Königreich, Herr, ist mir nicht bekannt.
Doch verzeiht mir meine dummen Fragen,
ich habe viel erlebt und wandere seit Tagen
verloren in den Wäldern umher,
als ob mein Weg verzaubert wär.
Einer alten Hexe half ich mit ihrem Kram,
sie schlug und schalt mich, bis ich zu ihrer Hütte kam.
Dort ruht ich und sie gab mir zum Sold
Dieses Schmuckstück. Herr, das hab ich nicht gewollt.“

Er zeigt die Schatulle dem Königspaar, doch war das Ding nicht unbekannt.
Die Königin starrt und schluchzt, Ludwig legt’s ihr in die Hand.
Sie nimmt es drückt es an ihr Herz, sie öffnet es und weint noch mehr,
neugierig blickt er ins Kästchen hinein – bis auf eine Perle war es leer.
Der König sieht das Schmuckstück auch, schmerzvoll verzieht er das Gesicht,
als ob er selber weinen möcht. Ludwig versteht es nicht.
„Verzeiht mir, Herr und Herrin, ich wollt mit diesem Kästchen da
Euch niemals so beleidigen; doch sagt mir, was geschah!“

„Ach, Jüngling, du kannst doch nicht wissen,
welche Schmach und Trauer uns geschah,
mein Kind, meine jüngste Tochter muss ich vermissen,
fort ist mein Mädchen schon viele Jahr.
Schön und gut war sie, voll Liebreiz das Kind,
die Haut so weiß, die Lippen rosenrot
und wenn sie jemals weinte, ihre Träne als Perle rinnt.
Ich trauere und fürchte, sie ist schon lange tot.
Meinem teuren Gemahl will ich die Schuld nicht geben,
eine dumme Idee, ein Wahn, der ihn befiel –
vielleicht wäre Elise sonst noch am Leben!
Das Maß der Liebe – Liebe messen! – war zu viel!
Mein Gatte wollte nämlich endlich wissen,
wer seiner drei Töchter ihn am meisten liebte.
Der Narr, er wollte die Liebe zu den Eltern messen!
Aber so doch die Wahrheit niemals siegte!
Er wollte – woher nur die Idee? – dass die eine,
die ihren Vater am meisten liebte, verehrte,
Krone und Herrschaft unter sich vereine
und des Reiches Glanz und Reichtum mehrte.
Die Älteste, Veronika, immer tugendhaft und hold
Trat vor und sprach so selbstbewusst:
Ich liebe dich so sehr wie feines, rotes Gold.
Einen höheren Wert hat sie wohl nicht gewusst.
Die zweite liebte den Vater so wie Geschmeide,
ich weiß, Monika hoffte auf die Krone,
und dass sie der Schwester die Herrschaft neide.
Dass Gott ihre Eitelkeit nicht lohne!
Wohlwollend, das Verhängnis nicht ahnend,
rief mein Gemahl die Jüngste zu sich.
Und du, Elise, sagte er zu ihr mahnend,
du meine liebe Tochter, wie liebst du mich?
Sie war zu klug, ihren Vater mit Gold zu vergleichen,
ihn blind zu loben verbot ihr der Stolz,
auch wollte sie nicht Herrschaft und Krone erreichen.
Ich liebe dich, Vater, so wie das Salz.
Laut sagt sie es, ehrlich spricht sie es aus,
doch gegen Gold und Geschmeide war Salz so gering
und voll Zorn wies sie der Vater und König hinaus.
Er wollte, dass sie für immer von ihm ging!
Einen Sack Salz band er ihr auf den Rücken,
er wies sein Kind für immer von sich,
sie durfte nicht einmal zum Schloss zurück blicken.
Jüngling, was fragst du, welcher Schmerz mich zerriss!
Bei jedem Schritt weinte sie so bitterlich still,
ganz einsam ging sie so da von uns fort.
Mir war, als ob ich um sie für immer weinen will.
Für jede Träne lag eine Perle an dem Ort.
So eine Perle, so eine Träne, wie in dem Kästchen da,
ich erkenn sie und das lässt mich hoffen.
Denn kaum war Elise von uns gegangen,
da wollte der Vater sein Kind wiederhaben.
Wir fanden sie nicht und mussten um ihr Leben bangen,
denn wie viele Kinder in der Wildnis schon starben!
Wir suchten lange, hofften und fanden nicht,
wir Eltern weinten, wie war das Herz uns bange.
Wie ein Wunder, Jüngling erscheint mir da dein Gesicht –
Die Träne, die Perle – darauf wartete ich so lange.“

So sprach die Königin zu ihm, gut verstand er ihren Schmerz
und wollte ihnen helfen, fühlte die Trauer selbst im Herz.
„Ich will Euch zu der Alten führen, die mir diese Perle gab,
kenn ich auch die Gründe nicht, ist sie doch das Einzige, was ich hab.“
„Bring mich zu ihr, junger Mann!“ Er sagt zu und nickt,
doch ein Königskind, sagt er, habe er dort nicht erblickt.
Kein schönes Mädchen, nur die alte Jungfrau
habe er bei der Alten gesehen und selbst sie nicht sehr genau.

* * *                                       

Wo die Wälder tiefes Grün und dunkle Schatten geben,
dort saß die Alte am Spinnrad und spann den Faden zum Weben.
Da schnattern draußen Gänse, die Alte schaut: Wer mag das sein?
Knarrend geht die Türe auf und die Hässliche tritt ein.
Sie sagt kaum ein Wort, nimmt den Schemel, setzt sich nieder,
nimmt die Decke, nimmt den Faden, springt die Nadel auf und nieder.
Starr blickt sie hin – Was mag sie denken?
Phantasiert sie von Gold und Silber,
Geschmeide, Kleider und Geschenken?

Mein Töchterchen, mein Mädchen, woran denkst du gerade?
Ist dir denn zum Träumen die kurze Zeit nicht viel zu schade?
Träumst du etwa von einem Mann, träumst du von süßer Herzenslust,
das mag ja bald so sein – ich habe es schon lang gewusst.

Mein Töchterchen, mein Mädchen, wohl ist jetzt endlich Zeit,
geh hinunter zum Brunnen, richt dich und wasch dich gescheit.
Vergiss deine schönen Hände, vergiss dein strahlend Gesicht nicht.
Deine Haare sollen glänzen, die Lippen, die Augen leuchten im Sonnenlicht!

Mein Töchterchen, mein Mädchen, denk daran, bald ist es so weit,
das Schicksal eilt zu dir her und bald schon kommt die Zeit!
Wirst schon sehen, bald kommt tausendfach das Glück zu dir,
die verlorenen Eltern, ein Liebster und Reichtum – glaub es mir, glaube mir!

„Ach, Mutter, sag so nicht, was soll schon geschehen?!
Welchen Mann soll ich denn lieben, hab doch kaum einen je gesehen.“
„Kind, frag nicht zu viel was das Glück sich denkt,
tu, was ich dir sage, der Rest wird schon gelenkt.“
Sie zuckt mit den Schultern, die Hässliche und geht
zu dem Gänsebrunnen hin, wo schattig grün ein Baum noch steht.
Dämmrig senkt sich schon der Abend, tausend Stimmen in dem Wald
wispern zart und schweigen wieder und ein Eulenschrei erschallt.

Zweimal blickt sie hinter sich, schaut in jede Richtung,
taucht die Hände in den Brunnen. Der Mond scheint auf die Lichtung.
Und mit dem Wasser wäscht sie die alte Haut von ihrer Wange
Und löst die falschen Haare aus der alten Lederspange.
Die Hässliche, wo war sie hin? Von ihr war keine Spur –
Ein Mädchen lieb und strahlend schön saß an dem Brunnen nur.
Doch traurig blickten ihre Augen, worüber mag sie klagen?
Denn wo die Hände Tränen fingen, silberne Perlen lagen.

„Was ist’s, was mir in dieser Nacht
Das Herz voll Sehnsucht schlagen macht?
Was ist’s, dass ich voll süßer Pein
Nichts andres wünsche, als bei ihm zu sein?
Ach, ihr dunklen, stillen Wälder,
sagt mir, was ist der Grund,
dass ich nichts andres wünsche,
als einen Kuss von seinem Mund?“

Die Brunnenwasser silbern spiegeln ihr schönes Gesicht
Und die Perlen liegen glitzernd auf ihren Händen im Mondlicht.
Lange saß sie so da, am Brunnen auf der Lichtung,
als ein Rascheln sie erschreckt aus irgendeiner Richtung.
Erschrocken springt sie auf, klirrend fallen die Perlen hernieder.
Wer ist da? Was war das? Da ist das Rascheln wieder!
Es wispern die Blätter im Baum! Wie ein Reh springt sie davon,
das schöne Mädchen zum Haus zurück. Dort wartet die Alte schon.

„Brauchst nicht zu sagen“, die Alte lächelt ihr freundlich zu.
„Ich weiß schon alles und noch mehr und bald erfährst auch du.“
Sie nimmt den Besen zur Hand und beginnt die Stube zu fegen.
Das Mädchen fragt, die Alte sagt: „Glänzen soll’s, als wär ein König zugegen!“
„Ich versteh nicht, was das soll!“, sagt sie und blickt sich um.
„Was geht hier vor, was geschieht, sag mir, um mich herum?!“
Die Alte hält inne und spricht: „Weißt du, welcher Tag heut ist?
Heute vor drei Jahren war es, da kamst du und hast nicht weiter gewusst.“

Da war es! Das Mädchen erstarrt. Die Erinnerung kam wieder –
Die Schwestern, der Vater, Gold und Salz; Die Perlen fielen nieder.
Wie eine Flut, die den Wall durchbricht kommen verwirrend die Bilder wieder:

Gold die Erste, Geschmeide die Zweite, Salz die Dritte.
Tochter, wie liebst du mich?
Sag es, ich belohne dich!
Gold die Erste, Geschmeide die Zweite, Salz die Dritte.
Wie grobes Salz liebst du mich?!
Wart nur, ich bestrafe dich!
Salz am Rücken, fort von zu Haus.
Die Tränen fallen – Perlen am Boden!
Gold die Erste, Geschmeide die Zweite, Salz die Dritte.

„Siehst du, du erinnerst dich, an die Trauer, an die Plagen.
Ich habe dich aufgenommen, Kind, du sollst nicht klagen.
Als Hässliche habe ich dich gehütet, als Prinzessin sollst du gehen.
Zieh das schöne Kleid jetzt an; Frag nicht, du wirst schon sehen.“
„Aber, Mutter, schickst du mich fort?“ „Frag nicht, es wird schon kommen,
die Zeit, das Schicksal – es hat schon seinen Lauf genommen.
Geh jetzt in deine Kammer und ziehe dich schön an,
dass du auch bereit bist, für das, was kommen kann.“

Aber was war inzwischen geschehen? Aus dem Schloss waren sie gegangen,
der König und die Königin, um zu jenem Wald zu gelangen,
den der Fürstensohn genannt hatte. Das Kleinod war das einzige Zeichen,
wie die verzauberten Perlen den Tränen der Tochter gleichen.
Bangend und hoffend warteten sie und Ludwig lief voraus.
Wie befürchtet verlief er sich und fand nicht gleich das Haus.
Erschöpft stieg er im Dämmerlicht zur Rast auf einen Baum,
halb schlafend sah er nicht das Licht am Waldessaum.

Erschrocken fuhr er hoch, als er unter sich Schritte hörte,
er blickte hinunter durch die Blätter, doch der Ast die Sicht verwehrte.
Er lehnt sich nieder, schaut, sieht die alte Jungfrau,
die sich über den Brunnen beugt, er erkennt sie ganz genau.
Mit dem Wasser wäscht sie sich, doch, Gott, was geschieht?!
Sie zieht sich die Haut herab! Er kann nicht glauben, was er sieht.
Die Haare fallen ihr herab, eine Perle von der Wange rinnt,
golden der Zopf, die Augen grün, bei Gott sie ist ein schönes Kind!

Ludwig kann kaum fassen, was er sieht und fühlt
einen Stich im Herzen, die Gedanken aufgewühlt.
Wie schön sie ist, kann er nur denken, ein Wunder, dass es so was gibt!
Augen, Haare, Wangen, Lippen – Er fürchtet er hat sich verliebt.
Näher will er sie sehen, er beugt sich weiter hinab,
er streckt sich und raschelnd fällt das Laub herab.
Das Mädchen zuckt, erschrickt und läuft zu rasch davon;
Er seufzt – zu spät – er liebt sie schon.

Ach Mädchen, mein Mädchen,
sag liebt du mich?
Ach Mädchen, mein Mädchen
Wie lieb ich dich!

Ich hab dich gesehen,
kann nicht verstehen,
wieso der Schmerz
in meinem Herz
so groß sein kann.
Ein einziger Blick
Wär schon mein Glück,
dass der Schmerz
in meinem Herz
zur Freude werden kann!

Ach Mädchen, mein Mädchen,
sag liebt du mich?
Ach Mädchen, mein Mädchen
Wie lieb ich dich!

So singt er und wundert sich, dass so erschreckend schnell
die Liebe ihn ergriffen hat. Der Himmel wird schon hell.
Er eilt zurück so schnell er kann zu König und Königin und sagt,
was er gesehen und gefühlt hat; zu lügen hätte er nicht gewagt
„Sie hat geweint“, so spricht er, „und es war eine Perle in der Hand
Und sie war so schön, Herr, ein Wunder, das ich nicht verstand.“
Der König nickt. „Mein Kind“, sagt er. „Bring mich hin zu ihr.
Zu lang hab ich getrauert, ich kann es nimmer mehr.“

Er seufzt, als wollt er weinen, es plagt ihn schwer die Schuld,
die Tochter fortzuschicken, das hat er nicht gewollt.
„Dass ich sie jemals wieder finde, hab ich nicht zu hoffen gewagt –
das Salz hielt ich für wertlos und hab sie fortgejagt!“
Er nimmt die Gemahlin in den Arm. „Komm, Ludwig, gehen wir.
Ich will sie wieder heim holen, vielleicht verzeiht sie mir.“
So gehen sie hin im Morgengraun, immer in die Richtung
und finden wie von selbst das Häuschen auf der Lichtung.

Mein Töchterchen, mein Mädchen, komme jetzt heraus,
deine Eltern und dein Bräutigam stehen vor dem Haus!
Komm nur, Prinzessin, zeig wie schön und klug du bist,
dies ist die eine Stunde, dein Schicksal, das du nie vergisst!

Das Haus scheint zu wachsen,
die Eltern und Ludwig stehen davor,
die Fenster strahlen, die Tür
öffnet sich wie im Schloss das Tor.

Mein Töchterchen, mein Mädchen, erinnere dich wieder,
dort ist deine Mutter; Schau, dein Vater weint, er kniet sich nieder,
verzeih ihm, was er im Zorn unüberlegt dir hat getan –
und schau dir den Burschen, den Jüngling dir genauer an!

Der König drückt das Kind an sich: „Elise, Tochter, verzeih mir!“
Die Mutter lacht und weint. „Vater, ich vergebe dir!“
Ludwig verbeugt sich dann. „Prinzessin“, murmelt er,
er will noch etwas sagen, aber er weiß nichts mehr.

Mein Töchterchen, mein Mädchen, jetzt lass ihn nicht so leiden,
vor der Hochzeit soll man zu viele Missverständnisse vermeiden!
Er liebt dich, du liebst ihn auch, also sag, was du denkst;
Dein Vater wird den Segen schon geben, bevor du diese Chance verschenkst!

Sie sagt es, er sagt es auch,
der König gibt den Segen,
bald schon heiraten sie
und sollen noch immer in Freude leben.

Der König hat die Tochter wieder,
die Mutter hat ihr Kind,
weil am Ende eines Märchens
alle immer glücklich sind.

Doch wo die Wälder tiefes Grün und dunkle Schatten geben,
wo Vögel heimlich Lieder singen, dort soll die alte Frau noch leben.
Die Augen schwarz, der Rücken krumm, mit geheimnisvollem Blick,
so geht sie in den Wald hinein und kommt am Abend stets zurück.

Dienstag, 8. März 2016

13.4. - Buchpräsentation an der Uni Graz



Wie es sich gehört, wollen wir unser gelungenes Roman-Projekt noch einmal so richtig feiern - und es dabei auch noch einmal einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen - deshalb findet am Mittwoch, dem 13. April eine Präsentation an der Hauptuni Graz statt.
Die Einladung dazu gibt es hier - selbstverständlich auch von meinen wundervollen Schülerinnen und Schülern gestaltet. (Das Buffet ist dann auch von ihnen... ^^)